Freitag, 23 Oktober 2020
Denkanstoß

Migranten wählen die AFD

Klingt komisch, ist aber so; „Ein Drittel der AFD-Wähler sind Migranten oder Bürger mit Migrationshintergrund“.

Diese Aussage belegt eine Studie der Stadt Freiburg des Jahres 2016. Bei der —–Wahl befragte die Stadt 1.500 Wähler und kam zu diesem Ergebnis. Dass die AFD ebenfalls Stimmen der Zielgruppe Migranten werben möchte, klingt für den ein oder anderen wie ein schlechter Scherz. Jedoch ist dies Realität.

Was motiviert Migranten eine einwanderungsfeindliche Partei wie die AFD zu wählen?

„Wir sind nicht gegen Migranten, wir sind gegen das Migrantenchaos, das Frau Merkel in Deutschland veranstaltet.“

erklärt ein Deutschrusse, der seit über 20 Jahren in Deutschland lebt. Er sei damals mit viel Mühe nach Deutschland gekommen, und habe sich hier endlich zu Hause gefühlt. Seiner neuen Heimat möchte er nicht dabei zuschauen, wie sie sich in den Ruin treibe. Deshalb ist er stolzes Parteimitglied der AFD geworden. Dass er dort auf Fremdenhass gestoßen ist, mag man wohl meinen. Er berichtet vom Gegenteil. Seine Angst vor dem Untergang Deutschalnds verbindet ihn mit seiner Partei und seinen Parteikollegen.

Er betont, die AFD gehe gegen das Flüchtlingschaos vor und möchte der sozialen Ungleichheit in Deutschland entgegenwirken.

Hierzu ziele seine Partei auf klare, politische Linien ab. Mit Rassismus habe dies nichts zu tun.

Die AFD handelt klug. Sie unterteilt zwischen den Migranten, die schon lange in Deutschland leben, und den Einwanderern, die in den letzten drei Jahren das Land erreicht haben.

Die alt eingesessenen Migranten sind frustriert durch neu aufkommende Vorurteile. Ein Deutschtürke beklagt:„Man kommt sich wie ein Terrorist vor, wenn man hier über die Straße läuft.“Diese Ansicht ist kein Einzelfall, wie Experten belegen.

Viele eingesessene Migranten fürchten, unter den Fehlern der Einwanderer zu leiden.

Solch eine Aussage kommt der ADF zugute. Sie glänzt, indem sie Hoffnung verspricht. Ihre Unterteilung zwischen alten und neuen Migranten ist in keinem anderen Wahlprogramm vorzufinden. Die Migranten, die schon lange in Deutschland leben, fühlen sich, als seien sie kein Teil der Antimigrationsbewegung der AFD. Die Partei behandelt sie als wahre Deutsche und so möchten diese auch gesehen werden.

Ein vor 23 Jahren nach Deutschland immigrierter Türke erklärt, er sei wütend auf die deutsche Politik. Er würde beim Arbeitsamt keine Helfer bekommen, wenn er dort anfragt. Jedoch sehe er jeden Tag viele arbeitslose Rumänen auf der Straße. Er kritisiert die Unordnung im deutschen System.

Für dieses politische Problem sieht er keine andere Lösung als die AFD.

Experten belegen, dass Migranten nicht nur wütend auf das deutsche Wirtschaftssystem sind. Ebenso befürchten viele, dass durch die Einwanderung ein neuer Konkurrenzkampf in der Unterschicht auftreten wird. Sie vermuten, dass die Einwanderer billigere Arbeitskräfte sind. Die Angst vor wirtschaftlichen Nachteilen formt die Einstellung, gegen Einwanderung zu stimmen. Die einzige populäre Partei, die diese Meinung vertritt: AFD.

Zwei Gegensätze haben sich vereint. Wie es scheint, ist in Deutschland derzeit alles möglich. Täglich werden wir von Neuigkeiten überrascht. Die Gesellschaft befindet sich im Wandel.

 

Der Puls der Zeit rast zügig und pausenlos.

 

Quelle: Spiegel Online

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